Ticketvergleich: Round the world, please!

Egal wohin du willst wir fliegen um die Welt, haun‘ sofort wieder ab, wenn es dir hier nicht gefällt. (Cro – Einmal um die Welt)

Wer wie Rapper Cro einmal mit seinem Mädl um die Welt reisen will, besorgt sich am besten ein Round the World Ticket. Das klang für uns zunächst am einleuchtendsten. Die Entscheidung für einen Anbieter, im Grunde kommen ohnehin nur die drei großen Allianzen Star Alliance, one world und Sky Team in Frage, fällt dann auf den zweiten Blick doch überraschend leicht …

Einmal um die Welt

Der große Vorteil eines Round the World Tickets ist seine Flexibilität, dank der man einfach von unterwegs seine Reiseroute ändern und Flüge ohne Gebührenschock umbuchen kann. Jedoch haben diese Tickets auch einige Nachteile, die im Weltreise-Info Portal ausführlich gegenübergestellt werden. Bei one world ist es beim 2. Besuch eines Kontinents vorgegeben, dass man innerhalb von 24 Stunden weiterfliegen muss. Blöd für uns, da wir Miami zu Beginn unserer Reise anfliegen wollen und die kalifornische Westküste erst nach einem Abstecher über Südamerika mitnehmen möchten. Dies ließe sich natürlich noch umplanen, aber zudem scheidet dort auch die Verbindung San Diego – Honolulu aus, da man hier nicht über Los Angeles, sondern über Tokyo fliegen müsste, was wiederum der Grundregel eines Round the world Tickets widerspricht: Fliege nur in eine Richtung (Ost/West) um den Globus! Da wir mit Brasilien, Argentinien und einem längeren Aufenthalt in Chile einen wesentlichen Teil unserer Reise in Südamerika verbringen werden, fällt schließich auch SkyTeam aus, das auf diesem Kontinent lediglich mit Aerolíneas Argentinas vertreten ist und somit kein sonderlich attraktives Routennetz bietet. Bleibt also noch Star Alliance, bei der Flo dank Miles & More Mitgliedschaft bereits fleißig Meilen gesammelt hat und 2013 erstmals den Frequent Traveller Status erreichen wird (= mindestens 30 Flugsegmente oder 35.000 Statusmeilen in einem Kalenderjahr). Das bringt für nächstes Jahr also einige Annehmlichkeiten, wie den Business Class Check-In oder den Zugang zur Business Lounge. Über das Star Alliance Book and Fly Buchungstool lässt sich dann relativ einfach auch die gewünschte Flugroute zusammenstellen. Noch vor der Flugauswahl dann aber der erste Schock: Geschätzter Preis 5.290 Euro pro Person! Tja, 36.147 Meilen haben eben ihren Preis. Bei der Auswahl der konkreten Flüge kamen wir schließlich nur bis zur Hälfte unserer Reise, da Flugdaten nur bis Oktober 2014 verfügbar sind.

Boarding Pass

Günstigere Einzeltickets

Zugegeben, sich knapp 9 Monate vor Beginn der Reise mit möglichen Flugtickets zu beschäftigen, macht nur bedingt Sinn: Die meisten Reisesuchmaschinen zeigen buchbare Flüge maximal für die nächsten 12 Monate an, ebenso die Buchungstools der obigen Airline-Allianzen. Dennoch haben wir uns passende Einzeltickets – ab Ende Oktober einfach für 2013 anstatt 2014 – auf checkfelix herausgesucht, um zumindest ein Gefühl dafür zu bekommen, ob wir mit einem Round the World Ticket tatsächlich günstiger kommen, als mit Einzeltickets. Zwar büßen wir damit einen Teil unserer Flexibilität ein, dafür sind wir an keine Beschränkungen auf bestimmte Airlines und Flugrouten gebunden. Die Überraschung war jedoch groß, als wir die einzelnen Ticketpreise zusammenzählten: 3.845 Euro, dabei 760 Euro für den teuersten (Santiago – San Francisco) und 15 Euro für den günstigen Flug (Singapur – Kuala Lumpur). Das ist eine Ersparnis gegenüber dem geschätzten Round the World Ticket Preis von 1.445 Euro. Allerdings ist das immer noch eine Menge Geld. Geht es noch günstiger?

Flightfox: Crowdsourcing der Flugsuche

Mit Flightfox sind wir auf eine interessante Alternative zu den traditionellen Reisesuchmaschinen gestoßen. Anstatt eines Algorithmus suchen einem dort Menschen den besten Preis für die gewünschte Flugroute. Dafür bezahlt man als Ersteller des „Contests“ eine Gebühr, die je nach Gesamtkosten der Flugreise zwischen $24 und $200 beträgt. Bekommt man als Experte den Zuschlag für seinen Vorschlag, erhält man eine entsprechende Provision. Glaubt man den Erfahrungsberichten von Bloggern, die sich als Experten gutes Geld mit der Optimierung von Flugrouten und -preisen dazuverdienen, lässt sich damit auch eine beachtliche Menge Geld sparen.

Flightfox How it works

Sceenshot: Flightfox .com

Mitreisende erwünscht

Wir behalten die Preise für Einzel- und Round the World Tickets sicherlich noch eine Weile im Auge und haben vor, unsere Route im Dezember / Januar final zu planen. Sollten wir bis dahin von keinem Angebot überzeugt sein, bleibt uns immer noch die Option über Flightfox ein Experten-Netz anzuzapfen. Mitreisende, zum Beispiel auf einzelnen Teilstrecken, sind übrigens durchaus erwünscht 😉 Apropos andere Reisende: Beim Titel dieses Beitrags habe ich mich nicht nur von Cro inspirieren lassen, sondern auch von meiner Facebook-Freundin Tanja. Tanja ist ebenfalls gerade auf Weltreise und berichtet in ihrem Blog nomadia.at über ihre Erlebnisse unterwegs, die sie auch auf ihrer Facebook Page „Round the world, please“ teilt.

Florian Figl

Florian Figl

Flo, 28, leidenschaftlicher Outdoor-Fan und Wahl-Steirer. Früher kamen für mich nur Städtereisen in Frage, doch mittlerweile ist das anders. Auf unserer Weltreise habe ich vielfältige Naturlandschaften entdeckt und liebe es seitdem, mich in neue Abenteuer abseits des Großstadtdschungels zu stürzen. In den Bergen fühle ich mich dabei genauso zu Hause wie auf dem Wasser, egal ob beim Klettern, Mountainbiken, Surfen oder Canyoning.
Florian Figl

10 Kommentare zu “Ticketvergleich: Round the world, please!

  1. Janett

    Ich habe zwar nicht vor eine Weltreise zu erleben, find diese Rechnung aber durchaus bemerkenswert. Auch den Tip mit dem Flightfox werd ich mir mal vormerken. THX

  2. Alex

    Zwei Anmerkungen:
    1) FTLs haben international kaum Zugang zu Business Lounges. Schon in London ist Schluss mit dem Zugang -_-
    2) Ein richtiges Around-the-World-Ticket mag teurer sein, punktet aber durch die große Flexibilität. Du kannst die Route bis zum ersten Abflugstags noch gratis ändern, und die Flugdaten sind auch während der Reise noch flexibel. Das hast du bei den One-Way-Tickets nicht. Eine 6-Monatsreise kannst du gar nicht so tagegenau planen, daher zahl lieber den Aufpreis.

    1. Flo Autor des Beitrags

      Ich weiß, aber der Preis für diese Flexibilität ist (momentan) ganz schön hoch. Bei den One-Way-Tickets hätte ich diese max. für die ersten 2 Monate der Reise im Voraus gebucht bzw. sobald es zurück in die USA geht, brauche ich ohnehin ein Weiterflug-Ticket rüber nach Asien. Sonst lassen die mich gar nicht rein. Erstaunlicherweise bekommt man jedoch auch kurzfristig noch recht günstige Flüge. So habe ich es mit den Flügen ab Oktober gemacht, weil ich da ohnehin die 2013er Flugdaten heranziehen musste. Wie gesagt, die Entscheidung, ob RTW oder One-Way-Tickets, halte ich mir sicherlich noch eine Weile offen.

      PS: Weißt du, wieiviel beim RTW-Ticket der StarAlliance eine Änderung der Flugdaten während der Reise ca. kostet? Dazu konnte ich leider keine Infos finden.

  3. Alex

    Eine Änderung der Flugdaten ist kostenlos. Nur wenn du das ganze RTW-Ticket wie ich mit Meilen bezahlt (RTW-Award) dann kostet eine Datumsänderung scheinbar 50 EUR.

  4. Oli

    Ich habe mir das auch einmal durchgerechnet und bin ebenfalls zum Schluss gekommen, dass Einzeltickets günstiger kommen. Dazu kommt ja noch, dass du nicht unbedingt jede Strecke fliegen musst oder willst. Mit genügend Zeit kannst du problemlos überland reisen. Teilweise auch lange Strecken wie von Europa nach Australien oder von Kanada nach Panama.

    Was ich jedoch nicht verstehe ist: Wieso soll ein RTW-Ticket eine grössere Flexibilität bieten? Bei solchen Tickets bist du doch ständig an irgendwelche Regeln gebunden. Du darft die Richtung nicht ändern, nach Abflug kannst du die Route nicht mehr ändern. Für mich müsste ein RTW-Ticket sehr viel billiger sein, damit ich die Freiheit von Einzeltickets aufgebe.

  5. Florian

    Einzeltickets sind günstiger, vor allem, wenn man seine Route günstigen Flügen anpasst. Es ist sogar möglich einmal komplett um die Welt mit Low Cost Carriern zu fliegen. Ich arbeite gerade an einem Vergleich für mein Blog, schaut Anfang Februar nochmal rein.

    Die Vorteile von One Ways wurden schon erwähnt:
    * viel billiger (bis zu 50%)
    * Unerreichte zeitliche Flexibilität
    * Unerreichte örtliche Flexibilität
    * keine Nachteile durchs Überlanden
    * keine Nachteile durch Unterbrechungen
    * keine Beschränkungen bei der Routenwahl

    Ein Vorteil des RTW Tickets wurde nicht angesprochen: Man kann damit Meilen sammeln, wobei am Ende etwa ein Atlantikflug herausspringen sollte.

    Gute Planung und danke fürs Verlinken als Flightfox Experte!

    1. Flo Autor des Beitrags

      Danke für deine Ergänzungen, Florian! Ich bin schon auf deinen Vergleich gespannt.

      Liebe Grüße,
      Florian

  6. Florian

    Ein Beispiel zum Anpassen an Billigflieger:
    Euren angesprochener teuersten Flug Santiago-San Francisco würdet ihr vom Preis halbieren, wenn ihr Überland nach Lima reist (z.B. Gringo Trail Mendoza, Tupiza, Uyuni, Potosi, Sucre, La Paz, Titicaca, Cuzco oder wenns euch nix ausmacht 3 lange Tage Bus über Arica und Arequipa).

    Ab Lima fliegt Spirit, z.B.
    Lima – Las Vegas $303 USD
    Lima – Los Angeles $303 USD
    Lima – Fort Lauderdale – Oakland (San Francisco) $213 + $177

    Gepäckaufschlag kommt noch dazu, also Preise kann man über den Daumen gepeilt gleich so in EUR statt USD nehmen.

    Noch besser isses von Bogota mit Jetblue. Leider sind Flüge in Südamerika nur in Brasilien günstig, andererseits grenzt fast jedes Land an Brasilien.

    1. Flo Autor des Beitrags

      Danke für deine Tipps, Florian! Man merkt, dass du Flightfox Experte bist 😉 Die Option mit Lima werden wir sicherlich in Erwägung ziehen, vor allem wegen Salar de Uyuni lohnt es sich schon, auch weiter rauf in den Norden zu fahren.

      Liebe Grüße nach Asien,
      Florian

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