Yosemite National Park – Wanderung zum Mirror Lake

Der Yosemite National Park zählt nicht nur zu den landschaftlich schönsten in den USA, sondern war Mitte des 19. Jahrhunderts auch der erste, der als Park geplant war. Das war auch gut so, denn wenig später kamen auch schon die ersten Touristen. Heute zählt der Park jährlich 3,7 Millionen Besucher. Das ist eine ganze Menge!

Bei meinem zweiten Mal in Kalifornien wollte ich mir diesen geschichtsträchtigen Ort nicht entgehen lassen. Mindestens ein Tag im National Park ist ein Muss auf dieser Reise!

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In diesem Beitrag verrate ich dir, wie auch du einen Tagesausflug in den Yosemite National Park organisieren kannst. Vorweg ein gutgemeinter Tipp: Am besten planst du (rechtzeitig!) einen längeren Aufenthalt ein und reservierst dir einen Camping Platz im Park! An einem Tag siehst du schließlich nur einen Bruchteil.

Anreise von San Francisco / Mariposa

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Der Park ist ganzjährig geöffnet, die Park Ranger starten um 6 Uhr morgens in den Tag. Die Anfahrt von San Francisco dauert allerdings knappe vier Stunden, also stehst du entweder schon sehr früh auf und / oder planst eine weitere Übernachtung in der Nähe des Parks ein. Die nächste Stadt ist Mariposa. Von hier aus benötigst du noch ca. eine Stunde ins Yosemite Valley, von wo aus du zu zahlreichen Wanderungen losstarten kannst. Wir haben im Miners Inn genächtigt, ein einfaches Motel, welches wir auch bedenkenlos weiterempfehlen können.

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Der Vorteil, wenn du über Mariposa in den Park fährst: Du kannst ab hier den Highway 140 nehmen, der ansich schon ein Highlight ist! Die Fahrt führt großteils über eine leicht hügelige Waldstraße. Den Parkeingang erreichst du schließlich beim Arch Rock.

Yosemite Valley

Nach einigen Meilen entlang des Merced River, teilt sich die Fahrbahn und du gelangst in das Yosemite Valley, den zentralen (Besucher-)Bereich des Parks. Rechts und links ragen plötzlich gigantische Granitfelsen empor.

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Der bekannteste und zugleich markanteste ist sicherlich „Half Dome“, der auch tatsächlich so aussieht wie ein halber Dom.

Yosemite Valley mit Half Dome auf der rechten Seite

Yosemite Valley mit Half Dome auf der rechten Seite

Im Yosemite Village findest du schließlich nicht nur das Visitor Center des Parks, sondern auch eine kleine Kunstgallerie mit Fotografien von Anselm Adams. Eine gute Gelegenheit um Mitbringsel zu kaufen, denn dort gibt es viele, nette Dinge, abseits vom klassischen Souvenir-Kitsch. Den findest du übrigens (auch) in einem Bio-Supermarkt, wo du dich mit normalpreisigem Proviant & Snacks eindecken kannst. Wenn du eine Postkarte kaufen und gleich abschicken möchtest, so kannst du das auch gleich aus dem parkeigenen Post Office tun.

Wilderness Center im Yosemite Village

Wilderness Center im Yosemite Village

Theoretisch kannst du hier auch gleich dein Auto für den Rest des Tages stehen lassen und in einen der umweltfreundlichen Shuttle-Busse umsteigen. Eine Tafel informiert dich über die verschiedenen Wander-Routen und bei welcher Haltestelle du aus dem Bus aussteigen musst, um zum „Trailhead“ zu gelangen.

Einen Übersichtsplan über das Yosemite Valley und die Shuttle-Route findest du hier.

Mirror Lake

Bei Shuttle-Stop Nr. 17 findest du den Trailhead für die Wanderung zum Mirror Lake, sowie auf der Karte den Hinweis „seasonal“ neben dem eingezeichnetem Rundwanderweg. Was es damit auf sich hat, sollten wir erst später bei unserer Ankunft am Lake erfahren 😉

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Zu Beginn des Trail geht es zwischen den beiden Campingplätzen Lower & Upper Pines vorbei in einen Waldweg, der sofort alle fünf Sinne fordert: Wir wandern über weichen, fast sandigen Waldboden, links und rechts ragen riesige Redwood-Bäume in die Höhe, dazu der Duft von Pinien. Jetzt heißt es tief durchatmen und den Geruch des Waldes einsaugen … ahhh 🙂

Ein paar Meter weiter mischt sich der Geruch von Pferdekot dazu. Scheinbar sind hier also auch Reiter unterwegs 😉 Wenig später hören wir, wie sich die dazugehörenden Tiere nähern und eine Horseback Riding Tour zieht unter dem aufwirbelnden Waldboden an uns vorbei.

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Wir queren eine gemauerte Steinbrücke, die über einen kleinen Bach führt. Ob er wohl in den Mirror Lake fließt?

Eine gute halbe, dreiviertel Stunde folgen wir dem Wanderweg schließlich in nördliche Richtung weiter, aber von einem weiteren Gewässer fehlt jegliche Spur.

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Schließlich stehen wir vor einem ausgetrockneten See, ein riesiger Steinbrocken verrät, wie hoch hier der Wasserstand einst gewesen sein muss. Auf einer Hinweistafel lesen wir, dass der Mirror Lake regelmäßig austrocknet und Kalifornien bereits seit längerem mit einer heftigen Dürreperiode zu kämpfen hat.

Somit sehen wir leider keine sich spiegelnden Granitfelsen, wie wir uns das erhofft hätten. Trotzdem ist auch der ausgetrocknete Mirror Lake ein nicht alltäglicher Anblick und eine Wanderung wert.

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Waldbrände im Yosemite National Park

Durch die Dürre ist die Gefahr von Waldbränden enorm hoch. Nur einen Tag nach unserem Besuch im Yosemite National Park musste der Highway 140 gesperrt und einige Bewohner aus ihren naheliegenden Häuser aus Sicherheitsgründen evakuiert werden, weil sie ein weiterer Waldbrand bedrohte.

Aus dem Infoblatt, das wir beim Parkeingang erhalten, erfahre ich allerdings, dass die riesigen Sequoia-Bäume, die im Park heimisch sind, sogar das Feuer brauchen, um weiterwachsen zu können. Diese Baumgiganten werden über 2.000 Jahre alt, 100 Meter hoch und ihre Stämme mehr als 8 Meter dick. Ein (kleiner) Waldbrand kann ihnen daher kaum etwas anhaben, im Gegenteil: Er verringert das Unterholz und erhöht somit die Wachstumschancen der eigenen Keimlinge, weil wichtige Mineralien aus der Erde freigelegt werden.

Nach unserem Besuch im Yosemite National Park ging es übrigens zurück an die Pazifikküste, genauer gesagt nach Monterey. Von hier aus starteten wir zu einem weiteren spektakulären Teil unseres Roadtrips durch Kalifornien, nämlich entlang der Straße von Big Sur. Mehr dazu aber in einem kommenden Beitrag.

Warst du ebenfalls schon im Yosemite National Park? Welche Orte kannst du uns empfehlen, die wir und andere Leser beim nächsten Mal unbedingt besuchen müssen?

Florian Figl

Florian Figl

Flo, 29, leidenschaftlicher Outdoor-Fan und Wahl-Steirer. Früher kamen für mich nur Städtereisen in Frage, doch mittlerweile ist das anders. Auf unserer Weltreise habe ich vielfältige Naturlandschaften entdeckt und liebe es seitdem, mich in neue Abenteuer abseits des Großstadtdschungels zu stürzen. In den Bergen fühle ich mich dabei genauso zu Hause wie auf dem Wasser, egal ob beim Klettern, Mountainbiken, Surfen oder Canyoning.
Florian Figl

4 Kommentare zu “Yosemite National Park – Wanderung zum Mirror Lake

  1. Frank

    Hallo Florian, ja diese Erfahrung mit dem ausgetrockneten Mirror Lake haben wir im Herbst 2011 auch schon gemacht. Wir haben damals auch sparsam geguckt!

  2. Pingback: 203 Tage um die Welt: Mein Reisejahr 2014 | Travel Pins

  3. JoBe

    Hallo, ich würde den Yosemite Park so früh wie möglich besuchen. Wir sind am 14 August dort und wollen etwa um 6 Uhr dort sein. Kann man zu dieser frühen Uhrzeit schon Eintrittskarten kaufen und den Park erkunden?

    Grüße

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