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„Morgen ist schönes Wetter – fahren wir nach Bratislava?“ „Ja, sicher!“ – so ähnlich (und kurz) werden unsere spontanen Reiseideen manchmal umgesetzt. Nun, Bratislava ist auch nicht weit entfernt von Wien. Genau genommen sind es sogar die am wenigsten weit entfernt gelegenen Hauptstädte Europas (Luftlinie 55 Kilometer). Daher ging es am Dreikönigstag für ein paar Stunden in die slowakische Hauptstadt. Vom internationalen Busterminal an der U3-Station Erdberg braucht man ca. 1 Stunde bis ins Zentrum von Bratislava: Station „Nový most Busterminal City Center“. Tickets bekommt man direkt am Busterminal – hin und retour zusammen kostet das Ticket günstige 12 Euro. Die Rückfahrzeiten sind übrigens flexibel wählbar. Der Zug fährt zwar ebenfalls nur ca. 1 Stunde von Wien nach Bratislava, ist aber ungleich teurer (ab 15,80 Euro in eine Richtung).

Auf geht's!
Auf geht´s!

Für mich war es Anfang Januar bereits meine zweite Reise nach Bratislava, da meine Gastschwester Dominika, die für 3 Monate bei mir in der Steiermark war, dort direkt im Zentrum wohnt. Glück, denn so kam ich nun auch zum zweiten Mal in den Genuss einer privaten Stadtführung. Übrigens: sehr viele Slowaken sprechen wirklich gutes Deutsch und Englisch. Auf Speisekarten sind auch häufig Übersetzungen zu finden. Aussprechbare Wörter, die man sich aber auch bei einem Kurzbesuch gut brauchen kann sind „Ahoj“ („Hallo“) und „Ďakujem“ („Danke“).

Bratislava, ca. 415.000 Einwohner, ist deutlich kleiner als Wien (1,76 Mio.). Man kann das Zentrum gut in einem halben Tag abgehen.

Nový most – Neue Brücke

Gleich unter der Brücke hält der Bus an der gleichnamigen Station. 303 Meter lang spannt sich die Stahlkonstruktion über die Donau. Darüber befindet sich in 80 Meter Höhe ein rundes, sich drehendes Restaurant, welches sich passenderweise „Ufo“ nennt. Der Anblick imponiert vor allem beim Aufstieg zur Burg Bratislava.

Nový most von der Burg Bratislava aus.
Nový most von der Burg Bratislava aus.

Burg Bratislava

Beinahe von überall aus Bratisava ist das Bauwerk zu sehen. Vor allem im Dunkeln wirkt die Burg durch die Beleuchtung noch imposanter. So wie man von der Stadt aus den Blick auf die Burg genießt, gilt dies auch umgekehrt. Nach einem kurzen Aufstieg hat man eine unglaubliche Aussicht, die sich definitiv lohnt. Durch die Renovierung wirkt die Burg mit ihren schneeweißen, glatten Mauern, den modernen Fenstern und den gleichfärbigen Dachziegeln keinesfalls so, als wäre sie bereits im 9. Jahrhundert errichtet worden.

Bronzestatuen

Wer schon mal in Bratislava war, kann nicht an ihnen vorbeigekommen sein: die Rede ist von den überall in der Stadt verteilten Bronzefiguren. Manche in Lebensgröße, manche etwas größer, einige versteckt, andere deutlich sichtbar verteilen sie sich in der ganzen Stadt. Die bekanntesten sind wohl Hans Christian Andersen, Napoleon und Čumil („Der Glotzer“).

Stadtrundgang

Nachdem wir uns mit Dominika getroffen hatten, ging es weiter durch die Stadt, vorbei am Nationaltheater, Hauptplatz und Rathaus. Obwohl Weihnachten nun schon 2 Wochen zurücklag, gab es immer noch einen Christkindlmarkt mit Punsch am Hauptplatz und kitschige Weihnachtsbeleuchtungen.

Slowakisch essen

Weil man vom langen Gehen irgendwann Hunger bekommt, freut man sich natürlich über eine Restaurantempfehlung aus erster Hand. Ab ins Bratislavská Reštaurácia. Zuerst dachten wir, wir haben wohl den falschen Eingang erwischt – man muss zuerst durch einen leeren Raum mit Bänken und kommt danach auch noch an diversen Wellensittichen vorbei – aber: man ist goldrichtig. Nach den Vögeln die Treppe hoch und schon fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. In dem riesigen, zweistöckigen Saal sorgen massive dunkle Holzmöbel und Wandverkleidung für eine ganz eigene Stimmung. Live-Übertragungen von Sportereignissen locken hier auch viele Gäste an. So nun zum Wichtigsten: dem Essen. Wir haben uns eine Slowakische Platte für 2 Personen bestellt: 3 typisch slowakische Gerichte. Gefüllte Käsetaschen (Bryndzové pirohy), Nockerl mit Schafskäse (Bryndzové halušky), sowie mit Sauerkraut und Speck (Kapustové strapačky) – sehr sättigend und lecker! Dazu „Sahara“-Cola um 80 Cent – naja, wirklich seltsamer Geschmack und gewöhnungsbedürftig. Flo hat hier mit seinem „Corgon“ Bier um 1,40 Euro wohl die bessere Wahl getroffen.

Ausklang

Danach ging es auf einen kurzen Abstecher ins „Eurovea“ – ein riesiges Shoppingzentrum, das trotz des Feiertages bis spätabends geöffnet hatte. Shoppingtipps gibts keine, denn das einzige Mal, als ich ein Geschäft betreten habe, war 2010 die H&M-Filiale, weil es mir mit meinen anderen Sachen zu kalt war. Diesmal sind wir dann gleich weiter ins „Le Bar“. Das Lokal liegt direkt neben dem Shoppingzentrum an der Donau und im Sommer kann man auch die Terrasse wunderbar nutzen. Da ich gern schräge Sachen probiere, bestellte ich mir „Vanilla ginger lemonade“ – einen Mix aus Vanillesirup, alkoholfreiem Ingwerbier, Zitronensaft und Soda im 0,5 l Krug. Und es war wirklich verdammt gut!!! Man muss ja nicht immer für seine Neugier büßen, wie für den Lakritzkaffee in Kopenhagen. Wer will, der ruft den „Shishamann“, der einen mit Riesenshishas versorgt, die er draußen in einer dunklen Ecke anraucht und nie vergisst, die Kohlen aus seinem „Shishamannkörbchen“ nachzulegen.

Danach mussten wir leider schon wieder zum Bus, doch diese 8 Stunden hier haben sich gelohnt. Danke an Dominika und Auf Wiedersehen / Dovidenia, Bratislava! PS: Wer aufmerksam ist, entdeckt sicher einige Details wie zum Beispiel gute Street Art Kunstwerke und tja… auch weniger gute 😉

Corinna Donnerer

Cori, 25, und hauptberuflich als Physiotherapeutin selbstständig. Schon während der Schulzeit und des Studiums habe ich viele Gelegenheiten zum Reisen genutzt und war so als Austauschschülerin und Aupairmädchen in Chile. Praktika habe ich in Deutschland und der Schweiz gemacht. Gemeinsam mit Flo ging es nach meiner Ausbildung auf Weltreise und seitdem hat mich das Reisefieber fest im Griff.

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