Street Art in George Town, Penang

Viele Städte dieser Welt sind mitunter bekannt für ihre Street Art Kultur, sei es in London, Berlin oder Buenos Aires. Doch ausgerechnet in George Town, einer ehemaligen britischen Kolonie auf der malaysischen Insel Penang, scheint Street Art die Sehenswürdigkeit schlecht hin zu sein!

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Noch nie hatte ich so stark das Gefühl, dass Straßenkunst nicht nur von den Locals akzepziert, sondern von offizieller Seite der Stadtverwaltung auch gefördert wird. Street Artists werden für Kunst an öffentlichen Wänden bezahlt. Außerdem liegen überall in George Town Stadtpläne auf, auf denen die Kunstwerke verzeichnet sind. Street Art als ökonomischer Faktor, der Besucher anlockt? In George Town funktioniert es!

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„Vor allem Touristen aus den umliegenden asiatischen Ländern kommen nach Penang, weil sie die Street Art Fotos von ihren Facebook-Freunden kennen – und wollen selbst welche mit sich machen!“, erklärt uns ein Händler, der unmittelbar neben den „children playing basketball“ selbst Handy-Cover, T-Shirts und Magnete mit diesem und weiteren Motiven aus Penang verkauft.

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Interactive Art

Street Art wird hier als „Interactive Art“ verstanden. Wie das funktioniert? Bekannte Künstler, wie der litauische Street Artist Ernest Zacharevic, bauen physische Elemente, wie Fahr- oder Motorräder, Schaukeln und Basketbälle in ihre Kunst mit ein, mit denen Besucher interagieren und somit „Teil des Kunstwerks“ werden können.

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Little children on bicycles

Das berühmteste Stück Straßenkunst trägt den Titel „little children on bicycles“. Es stammt ebenfalls von Ernest Zacharevic, der von der Penang State Government damit beauftragt wurde, einige Wände in George Town zu gestalten. Ohne ihm in der künstlerischen Gestaltung dreinzureden, wohlgemerkt!

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Als „Zachas“ 2012 in der Stadt war, beobachtete er zwei Geschwister, wie sie auf einem Fahrrad spielten. Er sah in ihnen die pure Unschuld der Kindheit, fotografierte sie – und malte sie schließlich, jedoch ohne Rad. Dieses ersetzte er nämlich durch einen echten Drahtesel, den er fix an der Mauer montierte. So haben die Betrachter die Möglichkeit, sich selbst auf den Gepäckträger zu setzen oder von hinten „anzuschieben“. Ein Jahr später wurde es sogar feierlich eröffnet, was selbst für kommissionierte Street Art eher ungewöhnlich ist. Seitdem locken die beiden Kinder auf ihrem Rad immer mehr Touristen und neugierige Festland-Malayen an.

Penang als UNESCO World Heritage Site

Apropos Tourismus. Mächtig stolz ist man hier in Penang auf den Status als Welterbe der UNESCO, die die Insel neben der Stadt Melaka, südlich von Kuala Lumpur, 2008 zur „World Heritage Site“ erklärte. Klar, dass das seitdem die Kommunikation der gesamten Reisebranche auf Penang dominiert. Weitere Maßnahmen folgten, um die ehemalige Kolonie mit ihren historischen Bauten für Besucher herauszuputzen. Dazu zählt auch das Design-Konzept „Voices of the people“ von Sculptureatwork, welches im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs 2009 ausgewählt wurde und seitdem das Stadtbild prägt: Mehr als 50 einzigartige und humorvoll Illustrationen in Form von gebogenen Eisenstangen erzählen Anekdoten über so gut wie jedes Viertel und jede Ecke von George Town. Auch sie wurden an den Hausmauern installiert, oft sogar in unmittelbarer Nähe der interactive Art von Ernest „Zachas“ Zacharovic & Co.

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Ebenfalls in der Nachbarschaft der Armenian Street, also rund um „kids on bicycles“, finden sich kleine Läden mit Kunsthandwerk und netten Souvenirs, so wie die sogenannten „Heritage Traders“, in denen nachwievor Jahrhunderte altes Handwerk gelebt wird: Vom Schuhmacher und Goldschmied, bis hin zum Räucherstäbchenhersteller. Ein perfektes Neben- und Miteinander, neu beflügelt durch die UNESCO!

Warst du ebenfalls schon in Penang oder brauchst du erst noch mehr Gründe, um nach Malaysia zu reisen? Lass es mich in deinem Kommentar wissen!

Florian Figl

Florian Figl

Flo, 28, leidenschaftlicher Outdoor-Fan und Wahl-Steirer. Früher kamen für mich nur Städtereisen in Frage, doch mittlerweile ist das anders. Auf unserer Weltreise habe ich vielfältige Naturlandschaften entdeckt und liebe es seitdem, mich in neue Abenteuer abseits des Großstadtdschungels zu stürzen. In den Bergen fühle ich mich dabei genauso zu Hause wie auf dem Wasser, egal ob beim Klettern, Mountainbiken, Surfen oder Canyoning.
Florian Figl

4 Kommentare zu “Street Art in George Town, Penang

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