Trekking-Rucksäcke für die Weltreise im Vergleich

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Ich muss zugeben: Beim Gedanken, monatelang nur mit einem Trekking-Rucksack am Rücken durch die Welt zur reisen, war mir zunächst etwas mulmig zumute. Wer mich schon mal beim Verreisen gesehen hat, weiß, dass ich schon bei einem verlängerten Wochenende Probleme habe, mit meinem Handgepäcks-Trolley auszukommen und im Zweifel auf seinen größeren Bruder zurückgreife. Angeblich braucht man für eine einjährige Weltreise aber auch nicht mehr Gepäck, als für einen zweiwöchigen Trip – meinen zumindest die Autoren der Plattform Weltreise-Info. Diese empfehlen möglichst leicht zu packen und einen 45-50 Liter Rucksack anzuschaffen.

Nach einer kurzen Online-Recherche fand ich ein Outdoor-Fachgeschäft (Stumpergasse 16, 1060 Wien), in dem ich mich beraten lassen wollte. Als ich dem Verkäufer mitteilte, dass ich auf der Suche nach einem ca. 50 Liter Trekking-Rucksack für eine mehrmonatige Weltreise sei, schaute er mich zunächst ungläubig an: Die meisten Kunden, die mit diesem Vorhaben zu ihm kommen, verlangen nämlich nach den größten Rucksäcken im Laden (80-100 Liter).

Deuter Futura 50+10 und Aircontact 65+10

Als er mir dann das erste Modell, einen Deuter Futura Vario 50+10, in die Hand drückte, merkte ich aber auch selbst, dass mir 50 Liter wohl doch eine Spur zu wenig sein könnten. Schade, denn vom Rückensystem mit flexiblem, aber dennoch hart gespannten Netz war ich beim Probe-Tragen begeistert. Das größere Modell von Deuter, der Aircontact 65+10 fasst 15 Liter mehr und verwendet ein anderes Rückensystem, welches mir weniger zusagte. Beim Tragen mit 12,5 kg Gewichten war der Schwerpunkt des Rucksack bereits unangenehm weit hinten. Positiv bei beiden Trecking-Rucksäcken ist jedoch die Front-Öffnung für leichteren Zugang zu tiefer gelegenem Gepäck.

Vaude Astra 65+10 III

Vaude Astra 65+10 IIIAls Alternative zu den beiden Deuter Rucksäcken sah ich mir ein Modell von Hersteller Vaude näher an: Der Astra 65+10 III Trekking-Rucksack verfügt ebenfalls über 65 Liter (+10) Volumen, die mir beim Öffnen der Front-Verschlüsse jedoch kleiner vorkamen, als jene des Aircontact von Deuter. Dafür ist der Rucksack aber schön kompakt und verfügt über zahlreiche Kompressionsmöglichkeiten bei leichterem Gepäck, was den Tragekomfort erhöht. Ebenfalls gut gelöst ist das „Tergolight“ Rückensystem, welches sich mit einem Zugmechanismus leicht anpassen lässt. Weniger überzeugt haben mich jedoch die Klettverschlüsse (!) der Front-Öffnung, die auf mich einen etwas unsicheren Eindruck machten: Taschendiebe hätten hier ein leichtes Spiel, wenn man nicht permanent den Regenschutz verwendet. Dieser ist übrigens bei allen von mir probierten Modellen integriert, meist jedoch (leider) in Signalfarben.

Osprey Aether 70

Entschieden habe ich mich schließlich für einen Osprey Aether 70, einen Trekking- & Kletter-Rucksack, der mit nur 2,4 kg in Relation zu seiner Größe und Fassungsvolumen (70 Liter) auch deutlich am leichtesten ist. Neben dem angenehmen Tragekomfort und der ebenfalls vorhandenen Front-Öffnung, hat mich vor allem seine Vielseitigkeit beeindruckt. Die Deckeltasche lässt sich ebenso vollständig abnehmen (und als separate Hüfttasche verwenden), wie der Hüftgurt. Zusätzlich gibt es mit Gummischlauch verstärkte Schlaufen und Kompressionsriemen, so dass sich auch dieser Rucksack kompakt packen lässt.

Praktisch: Die Aether-Modelle lassen sich mit einem montierbaren Daypack (13 Liter) noch zusätzlich erweitern. Das sogenannte Daylite-Modell habe ich mir nachträglich via Amazon bestellt.

Und hier ist es nun, mein neues Zuhause für knapp 6 Monate:

Ebenfalls genial und erst nach dem Kauf entdeckt: Im Brustgurt ist eine kleine, kaum sichtbare Warn-Pfeife integriert.

Clever: Warn-Pfeife im Brustgurt

Clever: Warn-Pfeife im Brustgurt

Danke an die Jungs vom Treksport Outdoor-Shop, die mich kompetent und vor allem geduldig beraten haben. Da komme ich gerne wieder vorbei!

Florian Figl

Florian Figl

Flo, 28, leidenschaftlicher Outdoor-Fan und Wahl-Steirer. Früher kamen für mich nur Städtereisen in Frage, doch mittlerweile ist das anders. Auf unserer Weltreise habe ich vielfältige Naturlandschaften entdeckt und liebe es seitdem, mich in neue Abenteuer abseits des Großstadtdschungels zu stürzen. In den Bergen fühle ich mich dabei genauso zu Hause wie auf dem Wasser, egal ob beim Klettern, Mountainbiken, Surfen oder Canyoning.
Florian Figl

3 Kommentare zu “Trekking-Rucksäcke für die Weltreise im Vergleich

  1. Tanja

    Als gute Marke kann ich auch Montis empfehlen: Oft etwas billiger als Deuter, aber ein tolles Tragesystem mit Hüftgurt. So oder so hast du aber recht: Am wichtigsten ist es wohl, dass du mehrere Modelle durch probierst und zur Probe trägst. Mit all den Kriterien ist für jede Person ein anderes Modell geeignet 🙂

    1. Flo Autor des Beitrags

      Absolut! Mittlerweile hatte ich den Osprey Rucksack auch schon ein paar Mal im Einsatz und bin nachwievor begeistert. Trotzdem muss er zum „Träger“ passen, deshalb unbedingt selbst ausprobieren und „Probe packen“ 😉

  2. Julia

    Ich war mit einem 45+10 Liter Rucksack, den ich übrigens auch in genau diesem Bergsportgeschäft in der Stumpergasse gekauft habe, auf 10 monatiger Weltreise und das hat absolut ausgereicht! Nachdem ich recht klein und leicht bin wäre es für mich nicht wirklich möglich gewesen viel mehr zu tragen 😉 Ich habe trotzdem viel zu viel mitgehabt, rückblickend betrachtet. Ich weiss ja nicht wie genau du deine Reise planst aber glaube mir eines: gerade wenn man low-budget unterwegs ist reist es sich mit wenig bzw. leichtem Gepäck wesentlich einfacher und angenehmer! 70 Liter klingen vernünftig für mich, du musst ihn ja nicht bis oben hin voll packen, lass ruhig ein bisschen Spielraum 😉 Wenn du unterwegs Sachen kaufst schickt du die am Besten mit der Post nach Hause, wenn du es nicht per Luftpost sondern auf dem Seeweg schickst koset es meist nicht so viel 😉

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