Relativ zentral im Salzburger Land gelegen und somit nah genug für ein verlängertes Aktiv- und Genuss-Wochenende in den Bergen, ist das Gasteinertal immer eine Reise wert. Gemeinsam verbrachten wir hier schon mehrere Tage und Cori sogar ein ganzes Monat für ein Praktikum während ihres Studiums. Gemütliche Wanderungen, Ruhe und Erholung, gepaart mit kulinarischem Genuss verbinden wir seit dem mit dem Gasteinertal.

Gasteinertal bei Bad Hofgastein

Umso mehr freuten wir uns, als die Einladung zum bereits fünften Treffen der Reiseblogger Österreichs eintrudelte. „Auf den Spuren des Gasteiner (Thermal-)Wassers“ lautete der Titel für unser Programm auf dieser Bloggerreise, die uns Stephanie Gschwandtner von Gasteinertal Tourismus organisierte. Und tatsächlich, „Wasser“ gab es an diesem Wochenende Mitte Juli tatsächlich mehr als genug.

Zirben-Bock und Milch-Kalb am Graukogel über dem Gasteinertal
Zirben-Bock und Milch-Kalb am Graukogel über dem Gasteinertal

In diesem Beitrag nehmen wir dich mit in drei der vier „Gasteins“, auf den Wasserfallweg und den Graukogel nach Bad Gastein, in die Alpentherme in Bad Hofgastein und auf das Naßfeld, auch Sportgastein genannt. Eine Reise im Zeichen der Elemente, mit (kulinarischen) Wanderungen für den aktiven Genuss. In der Hauptrolle: das Wasser!

Erfrischend, tosend und heiß: Wasser in Gastein

Wir beginnen unsere Reise durch das Gasteinertal in Bad Bruck, wo wir über den Wasserfallweg Richtung Bad Gastein wandern.

Wasserfallweg Bad Gastein

Über eine meist asphaltierte Trasse geht es direkt an der Gasteiner Ache entlang, deren immer lauter tosendes Wasser uns kaskadenförmig entgegenstürzt. Bis wir schließlich am Fuße des berühmten Gasteiner Wasserfalls ankommen, über den wir wenig später auch noch drüber fliegen werden. Fliegen? Ja, beim „Flying Waters“ geht das wirklich. Recht einfach sogar.

Flying Waters über dem Gasteiner Wasserfall und Kraftwerk-Café

Zuvor kehren wir aber noch auf ein Getränk ins neue Kraftwerk-Café, das im ehemaligen Industriebau – zur Stromgewinnung aus Wasserkraft, was sonst – mittlerweile eingezogen ist. Zwischen den alten Maschinen, Hebeln und Schaltern, reihen sich jetzt schicke Sofas, Tische, Bänke und Sessel.

Kraftwerk-Café Interieur

Als weitere Besonderheit gibt es eine Terrasse, die vom durchfließenden Thermalwasser beheizt wird. Somit muss auch im Winter kein Gast kalte Füße fürchten, während er beim Blick auf den mächtigen Wasserfall seinen Kaffee im Freien genießt.

Kraftwerk-Café vor dem Gasteiner Wasserfall

Rund um das Kraftwerk-Café gibt es einen Thermal-Quellpark, mit Schautafeln und in den Fels eingeschlagene, versperrte Stollen, die wohl zu den Thermalquellen führen. Beim Blick Richtung Himmel wird allerdings klar, dass wir uns besser beeilen sollten. Dicke Regenwolken rauschen nur so heran und bescheren uns eine weitere Portion Wasser, diesmal eben von oben. Im Laufschritt geht es durch das historische Zentrum von Bad Gastein, wo bereits das bei Einheimischen und Urlaubern beliebte Gasslfest im Gange ist.

Wetterbedingt müssen wir diesen „kulinarischen und musikalischen Einblick“ leider sausen lassen, stattdessen stellen wir uns erstmal unter einer Plane unter. Praktischerweise ist diese genau über der Flying Waters „Abflugrampe“ neben der Ortstraße aufgespannt.

Flying Waters in Bad Gastein - bereit für den Start

Der Regen wird immer stärker, doch es hilft nichts. Irgendwann sind alle anderen vor uns gestartet und so „müssen“ auch wir ins Geschirr und auf die Rampe der 300 Meter langen Seilrutsche. Kurzer Funkspruch hinüber ans andere Ende und es kann los gehen.

Cori auf der Flying Waters Seilrutsche in Bad Gastein
Da saust sie dahin, die Cori

Trotz des nassen Stahlseils ist der Flug weitaus langsamer, als ich ihn erwartet hätte. So bleibt genug Zeit, Bad Gastein von oben zu bestaunen – und zu filmen bzw. zu fotografieren, wer sich traut und keine Angst um seine Kamera hat.

Da der Regen auch am Samstag unser fast ständiger Begleiter werden sollte, ändert Stefanie kurzerhand das Programm – und schickt uns in die Therme statt auf den Berg! Fein, da haben wir nichts dagegen. So genießen wir auch die angenehm wärmende Seite des Wassers in der Alpentherme Bad Hofgastein. Dabei sind wir so entspannt, dass wir doch glatt auf unsere Kamera vergessen und dir somit auch keine Fotos von den beiden neuen Thermalwasser-Badeseen im Außenbereich zeigen können. Stattdessen gibt es hier ein paar Bilder von unserem letzten Besuch in der Alpentherme.

Alpentherme Bad Hofgastein
Auch beim letzten Besuch trieben uns dicke Regenwolken ins wärmende Nass der Alpentherme.

Damals (2014) war unsere Actionkamera noch ganz neu. Und musste natürlich unter Wasser für doofe Selfies herhalten 😉

Auch sehr zu empfehlen ist die großzügig angelegte Sauna- und Wellness-Landschaft, wo unter anderem ein Honigdampfbad angeboten wird: Dabei verteilt der Saunameister kleine Schälchen mit Honig, die man sich am ganzen Körper verreibt. Wer mag, darf auch kosten.

Urig, gemütlich, köstlich: Kulinarik vom offenen Feuer

… gibt es im Bräustüberl vom Schmaranz-Gut, der ersten Bio-Weizenbierbrauerei Österreichs in Bad Hofgastein. Neben dem selbstgebrauten Bier (und Gin!) werden nämlich auch herzhafte Speisen vom offenen Feuer serviert. Live-Cooking für die Gäste quasi, die sich an einem Abend wie diesem glücklich schätzen können, einen der wenigen Tische in der warmen Stube bekommen zu haben. Für alle anderen gibt es zwar auch Tische im Außenbereich, aber eine Reservierung ist trotzdem zu empfehlen.

Offenes Feuer im Schmaranz-Gut

Ein historisches Ambiente für ein gelungenes Abendessen, vielleicht auch mit dem einen oder anderen Glas Wein, bietet das Weitmoser Schlössl. Auf der Speisekarte stehen neben Pongauer Zwiebelsuppe und gebratener Forelle aus dem Schlossbrunnen auch diese köstliche Schokoladenmousse mit „Knusper“ in Form einer Eistüte, die wir an unserem zweiten Abend in Bad Hofgastein genießen durften.

Bodenständig und landschaftlich beeindruckend: Pottinger Alm am Naßfeld (Sportgastein)

Das Naßfeld macht seinem Namen alle Ehre! Bei unserer Ankunft schüttet es wie aus Kübeln. Die Landschaft ist jedoch spektakulär und erinnert mich mit den durchziehenden Nebelschwaden und Wasserfällen stark an Skandinavien, an Island oder auch Norwegen.

Sportgastein Landschaft im Sommer

Stattdessen stehen wir hier aber im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten in ganz Österreich. Auch die Ziegen haben „keinen Bock“ auf Dauerregen und stellen sich bei unserer Ankunft unter den überdachten Infotafeln unter.

Ziegen im Nationalpark Hohe Tauern

Ok, genug der schlechten Wortwitze. Für uns geht es direkt weiter zur Pottinger Hütte, welche wir nach einem 20-minütigen Spaziergang erreichen. Dort warten bereits Hüttenwirt Martin und seine Frau Karin, die uns ein deftiges Almfrühstück mit selbstgemachten Pofesen als Nachspeise servieren. Die Produkte stammen alle von den umliegenden Almen oder sind hausgemacht. Jeden Tag wird gekäst, Regionalität wird hier naturgemäß groß geschrieben.

Almfrühstück auf der Pottinger Hütte

Jeden Sommer zieht es Martin und Karin Röck vom Tal hinauf auf die Alm, um sich um Kühe, Schweinderl, Ziegen und so manchen Gast zu kümmern. Stolz zeigt uns Martin nach dem Frühstück seine Viecherl und erkärt: „Wenn ich die Ferkel im Frühsommer zum ersten Mal auf die Alm bringe, schmiere ich sie mit Sonnencreme ein. Sonst bekommen sie einen Sonnenbrand!“

Wir müssen schmunzeln und lassen uns von Martin auch noch seine Kälber zeigen, bevor wir uns wieder verabschieden und zurück zum Parkplatz bei den Seilbahnen wandern.

Frische Luft und Zirbenduft: Unterwegs am Graukogel

Am Sonntag wird das Wetter endlich beständiger und wir machen uns erneut auf den Weg nach Bad Gastein, um mit dem 2er-Sessellift hinauf auf den Graukogel zu fahren. Schnell macht sich die Höhendifferenz zum Tal temperaturmäßig bemerkbar, als wir bei der Bergstation auf knapp 1950 Metern Seehöhe ankommen.

Wandern am Graukogel

Einzigartig ist der Tiefblick trotz des bewölkten Himmels: Vom Graukogel aus liegt einem das gesamte Gasteinertal zu Füßen, der Blick reicht bis zum Steinernen Meer.

Blick über das Gasteinertal vom Graukogel
Blick über das Gasteinertal

Wandern im Salzburger Land am Graukogel

Am Graukogel wandern wir den Zirbenweg entlang: Skulpturen und zahlreiche Sitzgelegenheiten aus dem edlen Zirbenholz gibt es hier zu entdecken. Zirbennest, Zirbenschaukel, eine Aussichtsplattform, Jausenbankerl und sogar ein Zirbengeist, alles dabei.

Und wer genau hinsieht, findet oben in den teils jahrhundertealten Bäumen oder am Wegesrand auch den ein oder anderen Zirbenzapfen. Wie viele man davon aufsammeln und mitnehmen darf ist übrigens streng geregelt. „Daraus wird dann Zirbenschnaps hergestellt“, erklärt Stephanie Gschwandtner, die uns auch auf dieser Wanderung begleitet. Den gibt es anschließend auf der Graukogelhütte zu verkosten.

Dem Duft der Zirbe wird übrigens eine entspannende Wirkung nachgesagt, was wohl der Grund ist, weshalb man – abseits vom Alkohol – die Zirbe in immer mehr Schlafzimmern findet. Denn Zirbenholz bewirkt eine Senkung der Herzfrequenz und verhilft so zu besserem Schlaf.

Gruppenfoto Wanderung am Zirbenweg über Bad Gastein
Mit uns am Graukogel unterwegs: Lisa von Imprintmytravel.com, „Reisedoktor“ Franz, Gudrun von Reisebloggerin.at und Stephanie von Gasteinertal Tourismus.

Schlafen können wir auch auf der anschließenden Heimfahrt recht gut: Statt mit dem Auto sind wir diesmal nämlich mit dem Zug ins Gasteinertal gereist 😉

Tipps für deinen Aufenthalt im Gasteinertal

Unsere wichtigsten Tipps für deine Reise nach Gastein auf einen Blick:

    • Anreise: Bequem mit dem Zug, z.B. via Salzburg oder Klagenfurt. Die ÖBB bietet aus Wien kommend sogar eine Direktverbindung ohne Umsteigen an. Alternativ mit dem Auto bei Schwarzach im Pongau ins Gasteinertal abbiegen oder aus Kärnten kommend über die Tauernschleuse bei Mallnitz.
    • Transfer: Wer ohne eigenem Auto anreist, kann entweder mit Bussen zu den einzelnen Attraktionen des Gasteinertal fahren (Ermäßigung mit Gasteiner Card) oder ruft bei Taxi Rudigier an. Das kam bei uns immer überpünktlich.
    • Unterkunft: Ausgezeichnet genächtigt, gefrühstückt und den Wellnessbereich genossen haben wir im Hotel Zum Stern in Bad Hofgastein. Gastgeberin Claudia Wachter führte uns persönlich durchs Haus und legt Wert auf Traditionen. Wie auch ihre Gäste, die die selbstgemachten Mandelkruste zur Begrüßung im Zimmer schon seit Jahrzehnten zu schätzen wissen.

Hotel Zum Stern Bad Hofgastein

Diese Reise fand im Rahmen des 5. Österreichischen Reiseblogger-Treffens statt. Gemeinsam mit unseren Blogger-Kollegen, Lisa von Imprintmytravel.com, Christina von Christinas Reise, Elena alias Creativelena, Maria von Kofferpacken.at, Reisebloggerin Gudrun, Franz alias Reisedoktor, Angelika und Andreas von Wiederunterwegs.com, Karin von Lemons & Volcanoes und Franziska von 1000 Travelstories erkundeten wir die Region um das Gasteinertal.

Wir bedanken uns bei Gasteinertal Tourismus für die Einladung zu dieser Bloggerreise. Die An- und Abreise mit dem Zug wurde uns kostenlos von der ÖBB zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt jedoch wie immer meine eigene.

Florian Figl

Flo, 29, leidenschaftlicher Outdoor-Fan und Wahl-Steirer. Früher kamen für mich nur Städtereisen in Frage, doch mittlerweile ist das anders. Auf unserer Weltreise habe ich vielfältige Naturlandschaften entdeckt und liebe es seitdem, mich in neue Abenteuer abseits des Großstadtdschungels zu stürzen. In den Bergen fühle ich mich dabei genauso zu Hause wie auf dem Wasser, egal ob beim Klettern, Mountainbiken, Surfen oder Canyoning.

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