Wandern über den Wolken – der Sliding Sands Trail auf Maui

Wenn ich jetzt, nach 3 Monaten Weltreise und unzähligen Wandertouren meine Favoriten herauspicken müsste, dann wäre der Sliding Sands Trail auf Maui, Hawaii ganz vorne dabei.

Obwohl der Weg an sich weder spektakulär, noch sonderlich herausfordernd ist, blieb mir der Mund vor Staunen offen. Und schuld waren neben der atemberaubenden Landschaft die Wolken.

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Wolken? Tatsächlich ist es keine schlechte Idee, im Wetterbericht nach leicht bewölkten Tagen zu suchen! So kann deine Wanderung teils unter und teils über den Wolken stattfinden. Außerdem kannst du so während dem Gehen die sich rasch neu formierenden Wolkenberge beobachten.

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Der Grund, warum die meisten Leute zumindest zum Ausgangspunkt des Trails kommen, sind die unglaublichen Sonnenaufgänge und –untergänge die du vom Haleakalā Summit auf 3055 Höhenmeter sehen kannst. Mit etwas Glück siehst du den roten Feuerball direkt dem Wolkenmeer entsteigen oder darin untergehen.

Ankommen

Der Sliding Sands, oder auf Hawaiianisch Keonehe’ehe’e Trail, befindet sich im Haleakalā National Park. Leider gibt es keine öffentlichen Busse, die uns dorthin bringen. Mit dem Auto kommen wir daher von Kula über die Straße Nr. 377 schließlich auf die serpentinenförmige Straße Nr. 378, die bis zum Gipfel des Haleakalā führt. Solltest du kein Auto gemietet haben, bleibt dir noch die Möglichkeit, eine Tour zu buchen. Die Eintrittsgebühren betragen pro privatem Auto 10 US-Dollar.

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Der Anfang des Sliding Sands Trails befindet sich beim Parkplatz des Visitor Centers. Kommst du um den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang zu sehen, dann empfehle ich dir, den ein paar hundert Meter weiter gelegenen Parkplatz direkt unter dem Gipfel anzufahren.

Wann starten?

Den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang solltest du dir nicht entgehen lassen! Plane deinen Trip am besten danach. Wir entschieden uns für den Sonnenuntergang, da die Sonne selbst im hawaiianischen Winter vor 7 Uhr aufgeht und auch weniger Leute am Gipfel stehen als beim Sonnenaufgang. Selbst mit einer Unterkunft im nächstgelegenen Ort Kula brauchen wir trotzdem mit kurzen Fotopausen immer noch eine Stunde mit dem Auto, um zum Gipfel zu kommen.

Wie weit wandern?

Der Sliding Sands Trail ist der erste Teil einer Wanderroute, die du mit dem Halamau’u oder dem weitaus schwierigeren, mehrtägigen Kaupo Trail fortsetzen kannst. Da wir erst spät am Trail ankommen, entscheiden wir uns, nur ein Stück des Sliding Sands Trails zu gehen. Er wird seinem Namen gerecht. Im Grunde gehst du im Zick-Zack auf einer Sandpiste bergab in ein Tal, das an eine Mondlandschaft erinnert. Zu Beginn unseres Abstiegs ist es leicht nebelig, aber im weiteren Verlauf ist die Sicht vollkommen klar und beim Aufstieg zurück scheint der ganze Berg unter der Wolkendecke begraben zu sein. Faszinierend!

Beachte, dass der Weg recht steil nach unten führt und rechne mit deutlich mehr Zeit für den Aufstieg. Unser Hawaii-Wanderführer schätzt die Abstiegszeit auf 1 ¼ Stunden und die Aufstiegszeit auf 2-2 ½ Stunden.

Sonnenuntergang

Es wird merklich kälter und wir sehen mittlerweile kaum zehn Meter weit, als wir uns nach der Rückkehr vom Trail schlussendlich trotzdem noch entscheiden auf den höchsten Punkt des Haleakala zu gehen um den Sonnenuntergang zu sehen.

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Hier finden wir viele der Silberschwerter, eine Pflanze die nur auf Maui vorkommt, vom Aussterben bedroht und streng geschützt ist. Jemand warnt uns noch „Pass auf, dass du nichts von der Pflanze kaputtmachst, das kostet dich nämlich mehr als dein ganzer Hawaii-Urlaub!“ Vom winzigen silberschimmernden Büschel kann das Silberschwert bis zur meterhohen Staude heranwachsen, bis es blüht und danach stirbt.

Das Wetter scheint es nicht gut mit uns zu meinen, bis wir einen Regenbogen mitten in der Wolkendecke entdecken, die sich schlussendlich doch langsam absenkt und den Blick auf die Sonne freigibt. Atemberaubend!

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Tipps:

Informiere dich über das Wetter. Es sollte nicht ganz wolkenfrei sein für den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang.

Zieh dich warm an! Du bist zwar auf Hawaii, aber auf dem Haleakā kann es ganz schön kalt werden. Auf der offiziellen Website finden wir sogar Bilder mit Schnee.

3055 Meter und Höhenluft. Vielleicht liegt es daran, dass wir in einem Alpenstaat leben, jedenfalls hatten wir keine Probleme mit der dünnen Höhenluft. Trotzdem solltest du auf größere Anstrengungen eingestellt sein, vor allem was den Aufstieg am Rückweg angeht.

Lass dich nicht so schnell vertreiben!Wir wollten schon zum Auto zurückgehen,weil die Sicht so schlecht war, aber das hat sich innerhalb kürzester Zeit doch noch geändert. Hätten wir nicht mehr gewartet, wäre uns der Sonnenuntergang über den Wolken entgangen.

Ich wünsche dir viel Spaß auf Maui!

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Hast du noch weitere Fragen oder Tipps für uns, dann hinterlasse mir einen Kommentar!

Liebe Grüße,

Cori

Corinna Donnerer

Corinna Donnerer

Cori, 25, und hauptberuflich als Physiotherapeutin selbstständig. Schon während der Schulzeit und des Studiums habe ich viele Gelegenheiten zum Reisen genutzt und war so als Austauschschülerin und Aupairmädchen in Chile. Praktika habe ich in Deutschland und der Schweiz gemacht. Gemeinsam mit Flo ging es nach meiner Ausbildung auf Weltreise und seitdem hat mich das Reisefieber fest im Griff.
Corinna Donnerer

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