Aktiv-Reisen in Salzburg: Höher, schneller, weiter in Saalfelden-Leogang

Höher, schneller, weiter. Drei Worte, die für Fortschritt und Ambitionen stehen. Wir nehmen sie wörtlich bzw. besser gesagt: sportlich! Auf einer Aktiv-Reise im Salzburger Pinzgau hatten wir Ende September die Möglichkeit, zum ersten Mal auf einer Downhill-Strecke Mountainbiken zu gehen – und das in einem der modernsten und besten Bikeparks Europas in Leogang! Doch es sollte nicht unsere einzige sportliche Premiere an diesem Frühherbst-Wochenende werden. Mehr darüber, welche Angebote rund ums Aktiv-Reisen in der Region Saalfelden-Leogang warten, liest du in diesem Beitrag!

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Höher – Klettern in Saalfelden

Erst diesen Sommer kamen wir auf den Geschmack des Kletterns: Wir fanden mit dem Leopold-Klettersteig eine ideale „Home-Base“ in Riegersburg und legten uns ein Klettersteigset samt Sitzgurt und Helm zu. Doch Seilklettern war zumindest für mich noch völliges Neuland. Bis wir am Samstagmorgen Peter kennen lernten, selbst begeisterter Kletterer und unser Trainer für die nächsten Stunden.

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Wir treffen Peter in der Kletterhalle Felsenfest in Saalfelden. Gleich gegenüber, im selben Gebäude, befindet sich ein Salewa Store, in dem wir auch die benötigte Ausrüstung ausleihen können: Kletterschuhe, Seil, Sicherungsgerät, Sitzgurt und Chalkbag.

Wir beginnen mit einer kurzen Führung durch die moderne Halle, die mit knapp 200 Routen in allen Schwierigkeitsgraden auf 1.700 m2 Kletterfläche und Routenlängen bis 22 Meter keine Wünsch offen lässt: Es gibt auch einen großen Boulderbereich, einen Indoor-Klettersteig, einen Outdoor-Vorstiegs-Kletterbereich und sogar zwei Selbstsicherungsanlagen für jene, die ohne Partner zum Klettern kommen.

Das Wichtigste beim Klettern ist die Sicherheit. „Die meisten Unfälle passieren aufgrund von Anseil- oder Sicherungsfehlern, daher ist der gewissenhafte Partnercheck besonders wichtig. Nachlässigkeit ist fehl am Platz“, mahnt Peter. Und zeigt auch gleich wie es richtig geht: Der doppelte Achterknoten zum Einbinden des Sitzgurts ins Seil ist schnell gelernt. Neben dem Knoten wird auch der Sitz des Gurts überprüft: Der darf nicht unter die Hüfte rutschen. Als Sicherer muss ich darauf achten, dass das Seil korrekt in das Sicherungsgerät eingelegt, der Sicherungskarabiner verschlossen ist und ich die richtige Technik anwende, bei der die Bremshand nie das Seil auslässt.

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Dann geht es auch schon los! Wir probieren uns an einer einfachen Route im 4. Schwierigkeitsgrad und im „Toprope“-Stil, bei dem das Seil über einen Umlenkpunkt am höchsten Punkt der Route läuft. Somit ersparen wir uns als Kletterneulinge das Einhängen des Seils in die als „Expressen“ bezeichneten Zwischensicherungen. Und siehe da: Erste Erfolge stellen sich rasch ein und weder Cori noch ich haben Mühe mit der Toprope-Kletterei in diesem noch recht einfachen Schwierigkeitsgrad ohne nennenswertem Überhang.

Wir wollen mehr! Also zeigt Peter uns ein paar Tricks zum kraftschonenden „Klettern am langen Arm“, die Dreiecksposition und die Vorzüge des Eindrehens des Körpers bei schwieriger zu erreichenden Griffen.

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Die nächste Route ist mit 6- bewertet und es wird „kleingriffiger“, das heißt für uns: kräfteraubender! So sitzen wir schon nach ein paar Zügen erschöpft im Gurt und müssen einsehen, dass es noch einiges an Training bedarf, um in diesem Schwierigkeitsgrad eine Route auch im Vorstieg fehlerfrei zu schaffen. Doch Peter ist geduldig und gibt uns vom Ehrgeiz Gepackten noch ein paar Versuche.

Zu guter Letzt versuchen wir uns auch im Outdoor-Kletterbereich in der frischen Salzburger Luft und erfahren von Peter, der selbst 3-4 Mal pro Woche klettert, dass er schon bald nach Chile reisen wird, einem unserer Lieblingsreiseziele in Südamerika. Klar, dass er dort nicht zum Sightseeing hinfährt, sondern zum Klettern in Patagonien aufbricht und erst zu Weihnachten wieder zurückkehren wird. Da frisst einem selbst als vielreisenden Reiseblogger schon mal der Neid.

Kontakt
Kletterhalle Saalfelden
Leoganger Straße 30a
5760 Saalfelden am Steinernen Meer
Tel.: +43 664 123 89 85
Web: felsenfest.cc

Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag von 10 bis 22 Uhr

Schneller – Freeride-Mountainbiken im Bikepark Leogang

Am nächsten Tag geht es nicht minder sportlich zur Sache: Wir machen uns auf ins 10 Kilometer entfernte Leogang bzw. genauer gesagt zur Talstation der Asitzbahn. In der Wintersaison und bis hinein in den „Bergfrühling“ bringt die Seilbahn Skifahrer und Snowboarder auf den gleichnamigen Berggipfel. Im Sommer und Herbst zieht es bisweilen viele Wanderer auf den Berg. Doch die sind hier an der Asitzbahn bereits in der Minderheit: 2001 hat hier einer der renommiertesten Bikeparks Europas eröffnet und jedes Jahr zieht allein das Weltcup-Wochenende im Juni zigtausende Besucher an, die der Faszination Mountainbiken verfallen sind.

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Wie es sich anfühlt, mit einem Freeride-Mountainbike durch den Wald den Berg hinunterzusausen, wollen wir nun ebenfalls ausprobieren: Also schnappen wir uns bei der Bikeschule erst einmal unsere Bikes samt Schutzausrüstung und Helm. Draußen vor der Bergbahn wartet bereits Adrian, unser Biketrainer. Er verbrachte bereits sein ganzes Leben im Sattel, was nichtzuletzt seine zerschundenen Schienbeine vermuten lassen. Der gebürtige Südafrikaner ist in Portugal aufgewachsen und lebt nun seit 14 Jahren in Österreich. Also auch ein kleiner Weltenbummler. Ob er denn selber auch Wettkampf-Rennen gefahren sei? „Nein, dafür habe ich zu spät begonnen, zu trainieren. Im Weltcup fahren sie außerdem in einer ganz eigenen Liga“, meint Adrian, ganz ohne Wehmut.

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Bevor es mit der Seilbahn hinauf zur Freeride-Strecke geht, zeigt uns Adrian zunächst die Basics: Von der idealen Position auf dem Rad, dem dosierten Bremsen, über das Anheben des Vorder- bzw. Hinterrades bis hin zu kleinen Sprüngen. Dann geht es auf den ersten Übungsparcours neben der Bikeschule, wo wir zunächst das richtige Befahren der „Roller“, also der Hügel, lernen. Erst danach geht es auf den Rookie Trail mit ersten Wallrides und noch größeren Rollers. Wichtig dabei: Die richtige Blicktechnik! Wie beim Motorradfahren also immer möglichst weit voraus und den Blick dorthin lenken, wo man auch hinfahren möchte, also auf den Kurvenausgang. „Bremsen, schauen, lösen – und atmen, das vergessen die meisten!“, zwinkert uns Adrian zu.

Nach einigen Versuchen können wir ihn schließlich überzeugen, dass es uns nicht gleich bei der ersten größeren Steilkurve aus dem Trail werfen wird 😉 Somit geht es mit der Seilbahn hinauf zur Mittelstation der Asitzbahn.

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Oben angekommen wartet mit „HangmanII“ eine nicht zu unterschätzende Freeride Downhill-Mountainbike Strecke auf uns: Über eine kurze Almwiese geht es in den angrenzenden Wald und in 37 Wallrides und noch mehr Serpentinen den über 3 Kilometer langen „Single Trail“ hinunter Richtung Talstation, die man zum Ausradeln über einen Radweg entlang der Leoganger Ache erreicht.

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Wie sich das „Erste Mal“ anfühlt? Das lässt sich nur schwer beschreiben. Daher schaut auch besser dieses Video vom „HangmanII“ an. Da steigt allein schon Anschauen der Pulsschlag spürbar an:

Kontakt
Bikepark Leogang
Hütten 39 (bei Talstation der Bergbahnen Leogang)
5771 Leogang
Tel.: +43 6583 8219
Web: www.bikepark-leogang.com

Öffnungszeiten
Abhängig von den Betriebszeiten der Asitz Bergbahn. Derzeit ist der Bikepark bis Frühjahr 2016 geschlossen.

Weiter – von Alm zu Alm mit dem FlyingFox XXL

Klettern und Mountainbiken wäre für sich genommen ja schon Aktiv-Urlaub genug für ein Wochenende. Doch wir wollen mehr! Also suchen wir uns mit einem „Flug“ von Alm zu Alm das Highlight unseres Kurztrips nach Saalfelden-Leogang aus: Mit dem Flying Fox XXL geht es in knapp einer Minute über ein Stahlseil 1,6 Kilometer und 143 Meter über dem Tal hinunter – und das bis zu 130 km/h schnell!

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Wie es uns dabei ergangen ist, inklusive einem weiteren Video, siehst du in Coris Beitrag „Mit 130 km/h über die Alm: Flying Fox XXL in Leogang“.

Kontakt
Flying Fox XXL GmbH
Hütten 39 (bei Talstation der Bergbahnen Leogang)
5771 Leogang
Tel.: +43 (0) 6583 8219 57
Web: www.flying-fox-xxl.at

Öffnungszeiten
März bis Oktober (witterungsabhängig): Derzeit ist die Anlage bis 4. März 2016 geschlossen!

Fazit

Die Region Saalfelden-Leogang hat für sportbegeisterte Aktiv-Reisende weit mehr zu bieten, als Wanderwege im Sommer und Skipisten im Winter. Was natürlich nicht heißt, dass wir diese Angebote nicht auch zu schätzen wissen und ausprobieren. Übrigens: Offizieller Start der Skisaison 2015/2016 ist am 3. Dezember!

Vielen Dank an Saalfelden Leogang Touristik für die Einladung zu dieser Aktiv-Reise. Meine Meinung bleibt wie immer meine eigene!

Florian Figl

Florian Figl

Flo, 28, leidenschaftlicher Outdoor-Fan und Wahl-Steirer. Früher kamen für mich nur Städtereisen in Frage, doch mittlerweile ist das anders. Auf unserer Weltreise habe ich vielfältige Naturlandschaften entdeckt und liebe es seitdem, mich in neue Abenteuer abseits des Großstadtdschungels zu stürzen. In den Bergen fühle ich mich dabei genauso zu Hause wie auf dem Wasser, egal ob beim Klettern, Mountainbiken, Surfen oder Canyoning.
Florian Figl

4 Kommentare zu “Aktiv-Reisen in Salzburg: Höher, schneller, weiter in Saalfelden-Leogang

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