Still und starr liegt er da, fjordartig eingebettet zwischen den Kärntner Bergen. Der Weissensee zählt zu den naturbelassensten und höchstgelegenen Badeseen der Alpen.

Weissensee Panorama

Früher mehr als Sommerdestination mit sanftem Tourismus bekannt, gilt der 6,5 km2 große See unter Wintersportlern heute als Eislauf-Mekka. Bis Anfang März hält sich eine dicke Eisschicht, die auf der größten Natureisfläche Europas sogar Marathon-Eislaufrennen ermöglicht – mit mittlerweile tausenden internationalen Teilnehmern! Ist das letzte Eis geschmolzen, kehrt hier für einige Wochen wieder absolute Ruhe ein. Perfekte Gelegenheit also, um nach der Eiszeit zum Entspannen und Genießen an den Weissensee zu kommen.

Blogparade „Seenliebe“

Diesen Beitrag widme ich der Blogparade von Katja Wegener vom WellSpa-Portal. Sie schreibt über ihre Bayrische Seenliebe und ruft andere Blogger dazu auf, Bilder und Tipps zu ihren liebsten Seen zu veröffentlichen. Und was soll ich sagen? Beim Weissensee war es für mich Liebe auf den ersten Blick!

In diesem Beitrag verrate ich dir, wie auch du zum Weissensee gelangst und wo genau Anfang Frühling Entspannung und Erholung auf dich warten. Und auch der Genuss kommt nicht zu kurz, versprochen!

Anreise zum Weissensee

Seiner Lage am Fuß der Gailtaler Alpen verdankt der Weissensee sicherlich auch die bis heute erhaltene Unberührtheit: Sein Wasser hat Trinkwasserqualität. Eingebettet in einem Hochtal sind sämtliche Zufahrten außerdem Sackgassen. Eine in den 1970ern geplante Durchzugsstraße konnte nie durchgesetzt werden. Heutzutage setzt man am Weissensee auf „sanfte Mobilität“ im Urlauberverkehr: Nächtigungsgäste werden vom Bahnhof Greifenburg abgeholt, vor Ort fährt ein (kostenloses) Naturparkshuttle, abends ein Rufbus und im Sommer geht es mit Schiff oder Floß sogar über den See. Im Winter natürlich auch zu Fuß.

Reist du dennoch mit dem Auto an, nimmst du aus Norden und Osten kommend die A10 Tauernautobahn bis zum Knoten Spittal und fährst anschließend auf der B100 Drautalstraße bis nach Greifenburg. Hier zweigt die B87 in Richtung Weissensee ab, wenig später „warnt“ dich bei Kreuzberg bereits ein Schild vor der Sackgasse (Techendorfer Landesstraße).

Wir kommen hingegen aus südlicher Richtung. In den Tagen zuvor waren wir zum Skifahren am Nassfeld, in Kärntens größtem Skigebiet und an der Grenze zu Italien gelegen. Ab Hermagor folgen daher auch wir der B87 und den nicht zu übersehenden Schildern zum Naturpark Weissensee.

Panoramablick auf den Weissensee

Einen ersten Panoramablick auf den Weissensee von oben bekommen wir an einem Aussichtspunkt kurz vor Kreuzberg. Circa ein Kilometer vor der Abzweigung zur Techendorfer Landesstraße befindet sich auf der rechten Straßenseite der B87 ein kleiner Parkplatz. Auf der gegenüberliegenden Seite weist eine Wandertafel den Weg zum nur fünf Minuten entfernten Aussichtspunkt.

Spaziergang am Seeufer

Wir parken unser Auto beim Bio-Vitalhotel Weissenseerhof in Neusach, da wir hier später noch zum Mittagessen einkehren. Zunächst wollen wir aber bei einem Spaziergang die Sonne genießen und den See aus der Nähe erkunden. Am nördlichen Seeufer entlang marschieren wir ein paar hundert Meter zurück nach Techendorf, wo wir über die einzige Brücke den Weissensee an seiner schmalsten Stelle überqueren.

Weissensee

Wenn du gerne ein sportliches Aktiv-Programm unternehmen möchtest, findest du vor der Touristeninformation gleich am Ende der Brücke eine Übersichtskarte mit Wanderwegen und Mountainbike-Strecken. Oder noch besser: wirf einen Blick auf die interaktive Touren-Karten für die Planung zu Hause!

Wir gehen es hingegen gemütlich an und lassen auch das Familienskigebiet an der Naggler Alm links liegen, welches wir von hier aus ebenfalls zu Fuß erreichen könnten. Stattdessen spazieren wir am Campingplatz vorbei weiter am Seeufer entlang. Dabei kommen wir auch an einer Tauchschule vorbei und erfahren: hier kann man im Winter auch Eistauchen! Die liebe Anita auf Reisen hat sich das bereits im Februar mal angesehen.

Weissensee Tauchen

Gesund genießen im Weissenseerhof

Zurück im Bio-Vitalhotel Weissenseerhof freuen wir uns auf ein Mittagessen auf der Terrasse mit Blick zum See. Dass dazwischen noch die Uferstraße liegt, stört kaum. Vom Verkehr bemerken wir nämlich so gut wie gar nichts. Sackgasse sei Dank. Noch leicht „angegessen“ vom Vortag, passt es uns gut, dass wir beim Blick auf die Mittagskarte nur vegetarische Gerichte entdecken. „Na die trauen sich was!“, denkt der Fleischesser in mir.

Verantwortlich dafür sind Inhaber Christian Halper, der in Wien und München die vegetarischen TIAN Restaurants betreibt, und sein Küchenchef im Weissenseerhof, Florian Klinger. Als diplomierter Diätkoch hat er sich der gesunden Ernährung verschrieben, bietet Gourmet-Basen-Fasten an und erfüllt auch besondere Wünsche der Gäste, z.B. bei Lebensmittelunverträglichkeiten. Im nächsten Jahr soll auch das Abendmenü komplett auf vegetarische und vegane Speisen umgestellt werden.

Farm-to-table wird bereits jetzt gekocht, mit Kräuter und Gemüse aus dem eigenen Hotelgarten, Fisch aus dem Weissensee und Fleischspezialitäten von den benachbarten Höfen.

Als Vorspeise bestellen wir beide einen Rucolasalat mit gerösteten Pilzen, mariniertem Spargel, Trüffel-Rührei und Kernöl < 3. Köstlich und als Vorspeise ausreichend portioniert, aber da wir Salat abends üblicherweise als Hauptgang essen, gerne mehr.

Bei der Wahl der Hauptspeise bin ich zunächst skeptisch, ob ich vom Weissenseer „Vegi Burger“ überhaupt satt werde. Doch ich werde eines Besseren belehrt: Der Gemüselaibchen-Burger ist mit Gurken, Feta, noch mehr Rucola (yeah!) und Tomaten-Wacholder Salsa ordentlich garniert, dazu gibt es noch ein paar Kohlenhydrate in Form von hausgemachten Kartoffelspalten und einen pikanten Minz-Dip. Uff, gerade noch geschafft!

Cori entscheidet sich für knusprige Gemüse-Crepes. Eh klar, denn der Parmesan-Schaum hat es ihr angetan. Sie liebt Schaum, egal ob im Kaffeebecher oder am Teller. Als Nachspeise wählen wir ein Erdmandel-Reis-Törtchen mit Pfefferminz-Beeren Ragout (mhhh!) und Basilikum-Sauerrahm Eis. Letzteres klingt zwar unheimlich interessant, ist vom Geschmack her aber gewöhnungsbedürftig und trifft den unseren nicht ganz.

Entspannen im See-Spa

Nach dem Mittagessen sehen wir uns mit der stellvertretenden Hoteldirektorin Stefanie Pfeifer im See-Spa um, dem Wellness-Ort der Ruhe und Entspannung am Weissenseerhof. Leider haben wir an unserem Heimreise-Tag nicht mehr genügend Zeit, um den Spa-Bereich auch so richtig auszutesten, was wir nach dem kurzen Besuch umso mehr bereuen. Immerhin haben wir ihn an diesem Nachmittag unter der Woche komplett für uns alleine.

Das von außen noch recht unscheinbar wirkende See-Spa stellt sich als wahre Wohlfühl-Oase heraus. Ernsthaft, da es ziemlich genau nach unserem Geschmack eingerichtet ist und uns mit vielen kleinen, liebevollen Details überrascht. Vor allem aber: Mit hellen Farben, viel Licht und Holz. Eine kleine Bibliothek und ein zum gemütlichen Sofa umgebautes Boot laden zum Schmökern ein.


In der Bio-Seesauna direkt neben dem Weissensee ist übrigens man vor fremden Blicken geschützt, die Fensterscheiben sind von außen verspiegelt. Neben den Behandlungs- und Ruheräumen gibt es auch noch eine Bio-Schilfsauna, in der Aufgüsse mit frischen Kräutern und Rosenblüten angeboten werden.

Der Außenbereich mit Sonnendeck und Liegenetzen über dem Wasser ist perfekt für die etwas wärmeren Frühlings- und Sommertage. Noch zeigt das Thermometer frische 8 Grad Seetemperatur an. In den Sommermonaten klettert es (angeblich) auch schon mal auf 26 Grad.

Um das See-Spa zu besuchen musst du übrigens nicht unbedingt Hotelgast (oder Reiseblogger) sein: Für Tagesgäste gibt es eigene Packages, mit Spa-Taschen, Bademänteln und Handtüchern zum Ausleihen. Preise ab 35 Euro.

Vielen Dank an Stefanie Pfeifer vom Bio-Vitalhotel Weissenseerhof für die Einladung zum Mittagessen und die Führung im See-Spa. Unsere Recherchereise nach Kärnten wurde außerdem von NLW Tourismus unterstützt. Meine Meinung bleibt wie immer meine eigene.

Florian Figl

Flo, 29, leidenschaftlicher Outdoor-Fan und Wahl-Steirer. Früher kamen für mich nur Städtereisen in Frage, doch mittlerweile ist das anders. Auf unserer Weltreise habe ich vielfältige Naturlandschaften entdeckt und liebe es seitdem, mich in neue Abenteuer abseits des Großstadtdschungels zu stürzen. In den Bergen fühle ich mich dabei genauso zu Hause wie auf dem Wasser, egal ob beim Klettern, Mountainbiken, Surfen oder Canyoning.

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