Das Nassfeld ist das größte Skigebiet Kärntens und daher vielen Aktiv-Urlaubern als ideale Wintersportdestination bekannt. Doch auch im Sommer hat es seinen Gästen viel zu bieten, darunter Klettersteige, Mountainbike-Trails und Wanderwege.

Nassfeld Berge Aktivurlaub im Sommer

Für einen besonderen Nervenkitzel sorgt der Däumling-Klettersteig am Gartnerkofel. Warum das so ist, das zeigen wir dir in diesem Beitrag!

Anreise & Unterkunft auf der Sonnenalpe Nassfeld

Wir waren Ende Juli mit dem Motorrad auf Tour und im Wulfenia Hotel & Spa auf der Sonnenalpe Nassfeld in Kärnten zu Gast, so dass wir den Klettersteig bequem mit einer Übernachtung und kurzem Fußweg kombinieren konnten. Die Grenze zu Italien am Nassfeldpass ist nur wenige hundert Meter entfernt und über eine kurvenreiche, mautfreie Passstraße vom Talort Tröpolach (Bezirk Hermagor) im Kärntner Gailtal erreichbar.

Wenn du mit dem Auto anreist, kannst du an direkt am Gartnerkofel-Sessellift oder an der Watschinger Alm parken. Als Übernachtungsgäste auf der Sonnenalpe können wir unser Motorrad praktischerweise am Hotelparkplatz stehen lassen und müssen uns für die wenigen hundert Meter bis zur Seilbahn nicht extra in unsere Motorradkluft werfen. Aber auch abgesehen davon lohnt sich der Aufenthalt im Wulfenia Hotel & Spa, welches uns als Blogger für 3 Nächte eingeladen hat, um sowohl die Angebote des Hotels inkl. Hallendbad, Sauna, 5-Gänge-Menü im Restaurant, etc. kennenzulernen und die Alpe-Adria-Region mit dem Motorrad zu erkunden.

Wulfenia Hotel am Nassfeld für Motorradfahrer super geeignet

Tipp: Wenn du keine eigene Klettersteigausrüstung besitzt oder so wie wir nur wenig Stauraum am Motorrad zur Verfügung hast, kannst du dir Helm, Gurt und Klettersteigset samt Rastschlinge bei Sport Sölle um 15 Euro / Tag ausleihen. Für Anfänger und Ungeübte empfiehlt sich vor Ort eine begleitete Klettersteig-Tour zu buchen, da der Däumling-Klettersteig doch einigermaßen anspruchsvoll sein kann.

Gartnerkofel-Sessellift
Bergfahrt mit dem Gartnerkofel-Sessellift und herrlichem Panorama rund um

Zustieg ab der Gartnerkofel-Seilbahn

Von der Bergstation auf 1.885 Meter Seehöhe ist es nur ein kurzer, 15-minütiger Zustieg bis zum Däumling-Klettersteig. Dieser ist gut ausgeschildert: Einfach der gerölligen FIS-Piste links von der Station in geschwungenen Kehren nach oben folgen und kurz vor der Bergstation des oberen Sessellifts am rechten Pistenrand über eine Mulde zum Angurtplatz (auf 1.990 Meter) abzweigen.

Tipp: Mit der Nassfeld +Card Holiday ist die Fahrt mit der Gartnerkofel Sesselbahn gratis (Normalpreis für Berg- & Talfahrt 13 Euro). Die Karte bekommen wir als Übernachtungsgäste kostenlos an der Rezeption des Wulfenia Hotel & Spa.

Gartnerkofel-Sessellift Fahrt im Sommer

Verzichtest du auf die Sessellift-Fahrt, solltest du für den Zustieg ab der Watschinger Alm ca. 45 Minuten einplanen.

Däumling-Klettersteig & Gartnerkofel-Gipfel

Der Däumling-Klettersteig ist mit dem Schwierigkeitsgrad C bewertet. Wie immer, empfiehlt sich auch vor dieser Tour ein Blick in die Topo.

Unmittelbar nach dem Angurtplatz und einer kurzen Rinne (A) kommt auch schon die erste Herausforderung auf uns zu: Eine stark schwingende Seilbrücke, die in der Topo zwar nur mit A/B bewertet ist, aber unbedingt einen konzentrierten Übergang erfordert, weshalb es hier an Tagen mit größerem Andrang schon zu ersten Staus kommen kann. Trotzdem sollte man sich genügend Zeit und nicht stressen lassen.

Danach folgt der zunehmend steiler werdende Aufstieg auf den namensgebenden Pfeiler des Däumling-Klettersteigs.

Nassfeld Däumling-Klettersteig mit Gartnerkofel-Gipfel im Hintergrund

Oben angekommen schnaufen wir erstmal kurz durch und genießen das Panorama über die Karnischen und Julischen Alpen.

Däumling-Felsturm samt Klettersteig am Nassfeld in Kärnten

Nach einem kurzen Abstieg erreichen wir das nächste Highlight: eine 40 Meter lange Nepalbrücke (B), die hinüber zu einem weiteren Felsturm führt.

Wer nach dieser wackeligen Angelegenheit ebensolche Knie hat und den Klettersteig abbrechen möchte (oder besser sollte), findet nach der Überquerung einen Notabstieg, der zurück zum Angurtplatz führt.

Däumling-Klettersteig mit Nepalbrücke

Subjektiv schwieriger wird der Klettersteig allerdings nicht mehr. Es folgt noch ein zunächst moderater Aufschwung (B), der gut mit Klammern versichert ist, sowie eine luftige Traverse (C) mit Reibungstritten, bevor man zwei weitere, deutlich kürzere und einfachere Seilbrücken erreicht.

Über einen Rasengrat und dem Geländerseil folgend gelangen wir nach ca. 1 Stunde (inkl. Fotopausen) zum Ausstieg des Klettersteigs auf 2.075 Meter. Über einen kurzen Übergang erreicht man schließlich wieder den Wanderweg, der in knapp 20 Minuten zurück zur Gartnerkofel-Seilbahn führt. „Wenn wir schon mal hier sind, können wir in der gleichen Zeit aber auch noch bis zum Gipfelkreuz des Gartnerkofels aufsteigen“, schlage ich Cori vor.

Gartnerkofel Gipfel-Foto

Dieses befindet sich am 2.195 Meter hohen Nordgipfel, von wo aus man einen herrlichen Weitblick bis hinüber zu den Dolomiten, die Hohen Tauern und hinab ins Gailtal hat.

Auch unser Hotel auf der Sonnenalpe haben wir von hier oben gut im Blick und überlegen, wie wir dorthin am besten ohne Seilbahn zurück gelangen.

Abstieg zur Sonnenalpe Nassfeld

Für den Abstieg zur Sonnenalpe Nassfeld gehen wir am markierten Wanderweg bis zur Bergstation der Gartnerkofel-Sesselbahn zurück, wo wir uns an der geöffneten Schirmbar zunächst mit kalten Getränken und einem Eis erfrischen.

Nassfeldpass Kapelle
Der Abstiegsweg führt direkt zur italienischen Grenze

Über eine Schotterstraße, die wenig später zum Panoramaweg wird und hinunter bis zum Grenzübergang nach Italien führt, erreichen wir schließlich nach insgesamt 1,5 Stunden Abstiegszeit die Sonnenalpe Nassfeld. Lässig wars!

Vielen Dank an das Wulfenia Hotel & Spa für die Einladung aufs Nassfeld. Unsere Meinung bleibt wie immer unsere eigene.

Florian Figl

Flo, 30, leidenschaftlicher Outdoor-Fan und Wahl-Steirer. Früher kamen für mich nur Städtereisen in Frage, doch mittlerweile ist das anders. Auf unserer Weltreise habe ich vielfältige Naturlandschaften entdeckt und liebe es seitdem, mich in neue Abenteuer abseits des Großstadtdschungels zu stürzen. In den Bergen fühle ich mich dabei genauso zu Hause wie auf dem Wasser, egal ob beim Klettern, Mountainbiken, Surfen oder Canyoning.

Kommentar verfassen (Eingaben werden zwecks Anti-Spam-Prüfung an den Dienst Akismet gesendet. Wir nutzen die eingegebene E-Mailadresse zum Bezug von Profilbildern bei dem Dienst Gravatar. Weitere Informationen und Hinweise zum Widerrufsrecht finden sich in der Datenschutzerklärung: https://www.travelpins.at/datenschutz/)